Umgang

Grundsätzlich hat der Elternteil, welcher nicht mit dem Kind in einem Haushalt lebt, unabhängig von Sorgerecht, einen Anspruch auf ein Umgangsrecht mit dem Kind. Ist eine Einigung zwischen den Eltern hierüber nicht möglich, sollte zunächst eine diesbezügliche außergerichtliche Einigung unter Vermittlung des zuständigen Jugendamtes gesucht werden. Scheitert auch diese, kann der Elternteil sein Umgangsrecht durch das Familiengericht regeln lassen. Hierzu genügt ein formloser Antrag, welcher selbstständig oder mit Hilfe der Rechtsantragsstelle des Familiengerichts gestellt werden kann.
Es ist darauf zu achten, dass für einen Außenstehenden erkennbar ist, wann genau der Umgang ausgeübt werden soll. Eine empfohlene Formulierung für den Antrag ist daher bspw.:
Der Kindesvater ist berechtigt alle 14 Tage in der Zeit von … bis … sowie jeweils
an den zweiten Feiertagen der Feste Ostern, Pfingsten und Weihnachten in der
Zeit von … bis … zusammen zu sein.
Selbstverständlich können Feiertagsregelungen auch hinsichtlich der Feiertage
anderer Religionen festgelegt werden. Zu beachten ist, dass der Umgang nicht am
Geburtstag des Kindes bzw. am Geburtstag des Elternteils, welcher mit dem Kind
in einem Haushalt lebt, stattfinden sollte. Weiterhin kann auch eine Umgangsregelung für einen längeren Zeitraum bspw. in den Schulferien beantragt werden.
Sollte bei verheirateten Eltern, während des anhängigen Scheidungsverfahrens
eine Entscheidung über das Umgangsrecht erforderlich sein, so kann der Antrag
im Scheidungsverfahren nur durch einen Rechtsanwalt gestellt werden. Die
Möglichkeit der eigenen formlosen Antragstellung entfällt. Sofern ein Elternteil die
gerichtlich getroffenen Regelungen zum Umgang nicht befolgt, kann es mittels
Ordnungsgeldern oder Ordnungshaft hierzu angehalten werden.
Die Gerichtskosten für ein Umgangsverfahren betragen bei einem regelmäßigen
Verfahrenswert von 3000,- Euro lediglich 44,50 Euro. Hinzu kommen Auslagen,
welche dem Gericht für eventuelle Zustellungen, Dolmetscher, Verfahrenspfleger
usw. entstehen.
Der Antrag hat zu enthalten:
– Angabe der Anschriften, Geburtsdaten und Staatsangehörigkeiten von Eltern
und Kind
– Geburtsurkunde des Kindes sowie gegebenenfalls Vaterschaftsanerkennung
oder Heiratsurkunde, gemeinsame Sorgeerklärung, oder Scheidungsurteil
– Schilderung des Sachverhalts (wann fand der letzte Umgang statt, welche
Probleme sind aufgetreten usw.)
– Bestimmung, wann der Umgang stattfinden soll (siehe oben)

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