Nach einem Verkehrsunfall im Ausland sind zunächst Sicherheit, Beweise und die Ermittlung des richtigen Versicherers wichtig. Anwendbares Recht, Zuständigkeit und Regulierung können von einem rein deutschen Unfall abweichen.
Vor Ort dokumentieren
Erfassen Sie Kennzeichen samt Zulassungsstaat, Versicherungsdaten, Namen und Zeugen. Fotografieren Sie Unfallpositionen und Umgebung. Ein europäischer Unfallbericht kann die Verständigung erleichtern; unterschreiben Sie keine unverständlichen Erklärungen. Bei Verletzungen oder unklaren Situationen sollte die örtliche Polizei einbezogen werden.
Richtigen Ansprechpartner finden
Je nach beteiligten Staaten und Versicherern kann eine Abwicklung über einen Schadenregulierungsbeauftragten im Wohnsitzstaat möglich sein. Die Ermittlung erfolgt anhand von Unfalltag, Kennzeichen und Versicherungsstaat. Die Korrespondenz mit einer deutschen Stelle bedeutet nicht automatisch, dass auf sämtliche Ansprüche deutsches Recht anzuwenden ist.
Kosten und Ansprüche unterscheiden
Mietwagen, Gutachterkosten, Anwaltskosten und Schmerzensgeld können im anwendbaren Recht anders behandelt werden. Beauftragen Sie größere kostenpflichtige Leistungen nicht allein in Erwartung deutscher Erstattungsregeln. Dokumentieren Sie erforderliche Reiseänderungen, Rücktransport und medizinische Behandlung mit Rechnungen.
Fristen und Gerichtsstand
Verjährung und gerichtliche Zuständigkeit müssen gesondert geprüft werden. Ein laufendes Versicherungsverfahren wahrt nicht automatisch jede Frist. Sichern Sie Übersetzungen wichtiger Dokumente und bewahren Sie Originale auf. Bei erheblichen Personen- oder Sachschäden sollte die grenzüberschreitende Prüfung frühzeitig erfolgen.
Dieser Beitrag erläutert allgemeine Zusammenhänge. Eine individuelle Prüfung hängt insbesondere von Unterlagen, Sachverhalt und Fristen ab.