Wer Rechnungen für fremde Bestellungen erhält, sollte die Forderungen bestreiten und zugleich die betroffenen Zugänge sichern. Identitätsmissbrauch und die zivilrechtliche Frage eines wirksamen Vertrags müssen getrennt aufgearbeitet werden.
Spuren sichern
Bewahren Sie Rechnungen, Versanddaten, E-Mails und Kontoaktivitäten auf. Prüfen Sie, ob fremde Lieferadressen oder Kontaktdaten verwendet wurden. Erstellen Sie eine Chronologie und sichern Sie das betroffene E-Mail-Konto sowie weitere kompromittierte Zugänge. Veröffentlichen Sie keine Ausweis- oder Zugangsdaten zur vermeintlichen Aufklärung.
Vertragsschluss bestreiten
Teilen Sie dem angeblichen Vertragspartner nachvollziehbar mit, dass Sie die Bestellung nicht abgegeben haben. Verlangen Sie die dafür behaupteten Nachweise. Allein die Verwendung Ihres Namens macht Sie nicht automatisch zum Vertragspartner. Haftungsfragen können aber von weiteren Umständen abhängen, etwa erteilter Vollmacht oder eigenem Verhalten.
Strafanzeige und Auskunfteien
Eine Strafanzeige kann die Aufklärung unterstützen; übermitteln Sie deren Aktenzeichen bei Bedarf. Sie ersetzt nicht die Verteidigung gegen zivilrechtliche Forderungen. Prüfen Sie unrichtige Einträge bei Auskunfteien und machen Sie gegebenenfalls Auskunft, Berichtigung oder andere Datenschutzrechte geltend.
Gerichtliche Fristen beachten
Mahn- und Vollstreckungsbescheide verlangen eine eigene fristgerechte Reaktion. Leiten Sie solche Schreiben nicht lediglich an die Polizei weiter. Bei Kontomissbrauch ist zusätzlich die Bank sofort zu informieren. Eine geordnete Dokumentation erleichtert es, mehrere missbräuchliche Vorgänge auseinanderzuhalten.
Dieser Beitrag erläutert allgemeine Zusammenhänge. Eine individuelle Prüfung hängt insbesondere von Unterlagen, Sachverhalt und Fristen ab.